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Ratgeber

Frostschutz und Gießen im Winter: Wann braucht der Garten Wasser?

Von Sophia-Elena Sautmann
Veröffentlicht am · aktualisiert am · 5 Min. Lesezeit
Zweig mit Raureif im Winter
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    Kurz zusammengefasst: Pflanzen brauchen auch im Winter Wasser, weil sie weiter Feuchtigkeit verdunsten und bei gefrorenem Boden kaum Wasser aufnehmen können. Gegossen wird nur an frostfreien Tagen, am besten mittags, vor angekündigtem Frost oder nach längerer Trockenheit. Besonders durstig sind immergrüne Pflanzen wie Kirschlorbeer und Eibe, flachwurzelnde Bodendecker und im Herbst neu gepflanzte Gehölze. Eine fünf bis zehn Zentimeter dicke Mulchschicht hält die Feuchtigkeit im Boden.

    Auch wenn die Natur im Winter ruht, bedeutet das nicht unbedingt, dass du deine Pflanzen komplett sich selbst überlassen solltest. Vor allem in trockenen Wintern können sie durstig werden. Aber wann ist es wirklich sinnvoll, zu gießen? Und wie gehst du bei Frost vor? In diesem Artikel findest du Antworten auf diese Fragen und einige praktische Tipps, um deinen Garten auch in den kalten Monaten optimal zu versorgen.

    1. Warum brauchen Pflanzen auch im Winter Wasser?

    Viele Pflanzen benötigen Wasser, um die kalten Monate gut zu überstehen, denn auch im Winter verdunsten sie Feuchtigkeit – vor allem immergrüne Gewächse wie Kirschlorbeer, Eiben oder Rhododendren. Wenn der Boden gefroren ist, können sie nicht genug Wasser aufnehmen. Ein trockener Winter kann also den Pflanzen mehr zusetzen, als es auf den ersten Blick scheint. In schneearmen Wintern ohne regelmäßige Niederschläge lohnt es sich also, auf den Wasserbedarf deiner Pflanzen zu achten, denn auch, wenn sie keine neuen Triebe bilden, entziehen Frost und kalte Winde ihnen Feuchtigkeit, die bei zu langer Trockenheit die Wurzeln schädigen kann. Wenn du hingegen in einer eher feuchten Region mit regelmäßigen Niederschlägen lebst, kommt dein Garten in der Regel ohne zusätzliche Wassergaben über den Winter.

    2. Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Gießen im Winter?

    Wenn du deine Pflanzen im Winter gießt, achte darauf, nur an frostfreien Tagen zu gießen: Der Boden darf nicht gefroren sein und die Temperatur sollte über 0 °C liegen, am besten gießt du mittags. Wenn du an einem frostigen Tag gießt, könnte das Wasser direkt an der Oberfläche gefrieren und den Wurzeln schaden. Wähle idealerweise einen Tag mit milder Temperatur und möglichst trockenem Wetter. Gute Zeitpunkte zum Gießen:

    • Vor angekündigtem Frost: So haben die Pflanzen noch einmal ausreichend Wasser, um die kalten Tage zu überstehen.
    • An sonnigen, frostfreien Tagen: Am besten mittags, damit das Wasser Zeit hat, in den Boden einzusickern, bevor die Temperaturen wieder sinken.
    • Nach einer längeren Trockenperiode: Wenn es im Winter über längere Zeit mild und trocken bleibt, solltest du gelegentlich wässern. Halte einfach den Boden  im Blick – sieht er sehr trocken und rissig aus, wird es Zeit.

    3. Welche Pflanzen sind besonders durstig?

    Nicht alle Pflanzen benötigen im Winter extra Wasser. Doch einige sind besonders anfällig für Trockenstress und sollten im Auge behalten werden:

    • Immergrüne Pflanzen: Wie schon erwähnt, zählen hier Rhododendren, Eiben, Kirschlorbeer und Buchsbaum dazu. Da sie ihre Blätter oder Nadeln auch im Winter behalten, verdunsten sie weiterhin Feuchtigkeit und sind anfällig für Trockenheit
    • Flachwurzelnde Pflanzen: Pflanzen mit einem flachen Wurzelsystem – wie manche Bodendecker oder Stauden – können sich schwieriger aus tieferen Bodenschichten versorgen. Gerade bei ihnen ist es sinnvoll, den Boden gut feucht zu halten.
    • Neugepflanzte Gewächse: Bäume, Sträucher und Stauden, die du im Herbst gepflanzt hast, brauchen oft etwas mehr Aufmerksamkeit. Da ihre Wurzeln noch nicht tief genug gewachsen sind, können sie schnell austrocknen.

    4. Wie gießt man bei Frost?

    Wenn du an einem frostfreien Tag gießt, geht es darum, dem Boden eine gute, gleichmäßige Feuchtigkeit zu geben, ohne ihn zu überfluten. Beachte folgende Tipps:

    • Verwende kein eiskaltes Wasser: Frostfreies Leitungs- oder Regenwasser reicht aus.
    • Wähle die richtige Wassermenge: Der Boden sollte feucht, aber nicht übermäßig nass sein. Besonders empfindliche Pflanzen mögen es nicht, wenn sich Wasser staut.
    • Gieße langsam und gleichmäßig: Eine sanfte Wasserzufuhr ermöglicht es dem Boden, das Wasser gut aufzunehmen, bevor die Feuchtigkeit ins Grundwasser abfließt.

    5. Den Boden schützen: Mulch als Frostschutz

    Um den Boden vor Trockenheit und Kälte zu schützen, kannst du auch eine Schicht Mulch ausbringen. Diese Schicht hilft, die Bodenfeuchtigkeit zu bewahren und die Wurzeln vor Frost zu schützen. Eine Mischung aus Laub, Rindenmulch oder auch Tannenzweigen hält die Erde länger feucht und macht das Gießen seltener nötig. Mulch schützt nicht nur vor Kälte, sondern wirkt wie ein natürlicher Regulator für Feuchtigkeit. Achte darauf, die Mulchschicht etwa fünf bis zehn Zentimeter dick auszubringen, sodass sie ihre isolierende Wirkung entfalten kann. Wichtig ist dabei, dass die Mulchschicht nicht direkt an die Stämme oder Stängel der Pflanzen heranreicht, da dies Fäulnis fördern könnte.

    6. Sonderfall Topfpflanzen: Winterquartier & Gießbedarf

    Viele Topfpflanzen werden im Winter ins Haus geholt, brauchen aber auch dort Wasser, wenn sie an einem kühleren Standort stehen. In Wintergärten oder unbeheizten Räumen trocknet die Erde schnell aus, auch wenn die Pflanzen in Ruhe sind. Überprüfe bei frostempfindlichen Topfpflanzen alle ein bis zwei Wochen den Boden, um sicherzustellen, dass die Erde nicht komplett austrocknet.

    Wenn du Topfpflanzen im Freien überwinterst, achte darauf, die Töpfe auf isolierenden Untergrund wie Styropor oder Holzlatten zu stellen. Dadurch vermeidest du, dass der Frost von unten in die Wurzeln gelangt. Hier gilt ebenfalls: An frostfreien Tagen wässern und bei starkem Frost die Erde lieber etwas trockener halten, um Frostschäden zu vermeiden.

    Immergrüne, die im Winter Wasser brauchen

    Fazit: Auch im Winter können Pflanzen Durst haben! :) Vor allem immergrüne und neugepflanzte Gewächse profitieren davon, wenn du sie gelegentlich wässerst, damit sie gesund durch die kalte Jahreszeit kommen.

    Frohes Gärtnern! :)

    Häufige Fragen zu diesem Thema

    Darf man Pflanzen bei Frost gießen?

    Nein, gieße nur an frostfreien Tagen. An frostigen Tagen kann das Wasser direkt an der Oberfläche gefrieren und den Wurzeln schaden.

    Wann gießt man im Winter am besten?

    Mittags an einem sonnigen, frostfreien Tag. Dann hat das Wasser Zeit, in den Boden einzusickern, bevor die Temperaturen wieder sinken.

    Welche Pflanzen muss man im Winter gießen?

    Vor allem immergrüne Pflanzen wie Rhododendren, Eiben, Kirschlorbeer und Buchsbaum. Auch flachwurzelnde Pflanzen und im Herbst neu gepflanzte Bäume, Sträucher und Stauden brauchen in trockenen Wintern Wasser.

    Wie oft gießt man Topfpflanzen im Winterquartier?

    Prüfe die Erde alle ein bis zwei Wochen und gieße, bevor sie komplett austrocknet. In Wintergärten und unbeheizten Räumen trocknet sie schnell aus.

    Wie dick sollte Mulch als Frostschutz sein?

    Etwa fünf bis zehn Zentimeter. Halte die Mulchschicht von Stämmen und Stängeln fern, weil das Fäulnis fördern kann.

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